Leserbrief an info 3 vom 14.7.2026

Liebes Team der info 3,

erlauben Sie mir heute eine kritische Rückmeldung zu Ihrer Bewerbung des Buches „Mut zum Widerspruch“.

Es verwundert doch sehr, wie Sie hier für Autoren werben, die zurecht als Verschwörungserzähler bekannt sind (Ganser) oder diesen sehr nahekommen (Walach), für Personen, die unter Ausnutzung ihrer Position Coronamaßnahmen unterlaufen haben und dafür rechtskräftig verurteilt wurden (Dettmar, Javid-Kistel), oder die die damaligen Schutzmaßnahmen auf Grund ihrer Reichweite infrage stellten (Schubert, Guérot, Sönnichsen), und das ganze gepaart mit AfD-Aktivisten (Michaelis).

Besonders fragwürdig ist Ihre Verbundenheit mit Frau Guérot, deren politische Agenda für alle sichtbar ist, weil öffentlich und z.B. via x reichweitenstark verbreitet. Sie stilisiert sich im Buch über ihre Coronakritik zum Opfer. Dabei hat sie ihre Professur in Bonn nicht deswegen verloren, sondern wegen ihres Plagiats. Wenn Sie hier den „Mut zum Widerspruch“ gegen letztinstanzliche Rechtsprechung bewundern und vor Autoritarismus warnen, muss ich Ihnen und dem beworbenen Buch Arbeit an einer Täter-Opfer-Umkehr unterstellen.

An welchen Projekten Frau Guerot derzeit arbeitet, tut sie in aktuellen x-Beiträgen kund und müsste Ihnen ebenfalls bekannt sein. Denn schon seit längerem stellt sie sich mit Ihren Posts und Äußerungen friedens- und freiheitsbewegt dar, und sieht keinen Widerspruch darin, auf der Seite des russischen Aggressors zu stehen, der weder für Frieden noch für Freiheit steht. Gerade verbindet sie sich mit einem Netzwerk russophiler Politiker und Publizisten à la Wagenknecht, Krone-Schmalz und Holger Friedrich für ein „Festival der Meinungsfreiheit“, einer Meinungsfreiheit auf Kosten der Freiheit und des Wohlergehens anderer: damals während der Pandemie auf Kosten der vulnerablen Gruppen und heute auf Kosten der Ukrainerinnen und Ukrainer, die unter größtem Leid ihre gemeinschaftliche und individuelle Freiheit verteidigen.

Streiten Sie für die Freiheit, aber stellen Sie sich denen an die Seite, die wirklich für Freiheit eintreten und nicht für die, die unter dem Slogan der „Meinungsfreiheit“ Steigbügelhalter für die Feinde der offenen Gesellschaft und der Freiheit sind, namentlich für AfD und BSW.

Zu meiner Person: Ich war langjähriger Geschäftsführer der Waldorfschulen Mannheim und Berlin-Mitte und engagiere mich im Verein Bildungseinrichtungen gegen Rechtsextremismus.

Ihr
Reinhard Braun